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Intralogistik: Drei Trends für 2022

2022 wird die Intralogistik noch digitaler, schlanker und intelligenter: Welche Trends dieses Jahr unserer Meinung nach prägen werden, le-sen Sie hier.

11.02.2022
von Thorsten Burgard
Lesezeit: ca. 5 Min.

 

Heute weiten wir den Blick und wagen eine Prognose, welche Trends die Intralogistik im Jahr 2022 unserer Meinung nach dominieren werden. Zwei Entwicklungen sind bereits jetzt sehr präsent, eine noch eher Zukunftsmusik.

Hier ein kurzer Überblick:

  • Fahrerlose Transportsysteme (FTS) oder autonome mobile Roboter (AMR) sind weiterhin auf dem Vormarsch
  • Supply Chains müssen schlanker und kontrollierbarer werden
  • Vielseitig einsetzbar und riesiges Potenzial: Die Bildverarbeitung

Autonome Fahrzeuge

Die Entwicklung ist beachtlich: In der Zeit zwischen 2018 und 2020 wuchs die Zahl der FTS-Installationen um mehr als 100 Prozent von 52.000 auf 114.000. Tendenz weiter steigend. Die kleinen Helfer optimieren den Materialfluss in der Produktion und ersetzen beispielsweise herkömmliche Stapler oder Lager-Ameisen. Sie sind auch deswegen auf dem Vormarsch, weil sie sich schnell bezahlt machen: Laut Milton Guerry, Präsident des Weltroboterverbandes, amortisieren sich die Serviceroboter bereits nach zwei bis drei Jahren, oft sogar noch schneller. Die Aussichten überzeugen viele Unternehmen, bei der Intralogistik den Schritt in Richtung Automatisierung zu wagen.

Fahrerlose Transportsysteme oder autonome mobile Roboter werden daher auch in diesem Jahr weiter Hochkonjunktur haben. Das liegt zum einen daran, dass sie viele Transportaufgaben zwischen Wareneingang, Produktion und Lager übernehmen können: So können sie beispielsweise Waren in den Versand befördern oder Lkw beladen – egal, ob es sich um Kleinteile oder tonnenschwere Lasten handelt. Zum anderen bilden sie einen essenziellen Bestandteil für eine flexible und weitgehend personenlose Intralogistik. Dies bietet vor allem auch Vorteile in Zeiten von Corona. So können FTS auch in Krankenhäusern zum Einsatz kommen und beispielsweise einzelne Stationen mit Essen und Medikamenten versorgen oder bei Unternehmen Personalausfälle kompensieren. Zudem sind sie für Betriebe interessant, die ihre Prozesse sukzessive automatisieren und zugleich verschlanken möchten, denn FTS sind beliebig skalierbar.

Transparente Supply-Chain

Apropos verschlanken: Übergeordnetes Ziel in der Intralogistik ist immer eine möglichst effektive Supply Chain. Wie lassen sich also die Prozesse innerhalb eines Unternehmens möglichst zuverlässig und schnell verbinden? Einen Ansatz bietet hier die Lean Logistik-Methode, mit der logistische Prozesse effektiver gestaltet werden sollen. Das Konzept ist nicht neu und kommt unter anderem bereits häufig in der Automobilindustrie zum Einsatz. Aufgrund der durch Corona oftmals anfälligen Lieferketten könnte das Thema 2022 aber nochmal an Wichtigkeit gewinnen.

Die Leitidee ist es, Prozesse „lean“ also schlanker zu machen: Dazu müssen zunächst die Vorgänge in der Intralogistik analysiert werden, um festzulegen, mit welcher Technik dies umgesetzt werden kann. Auch wenn Automatisierung im Trend ist, bedeutet das nicht, dass es immer der passendste Weg ist. Oftmals sind Förderstrecken, auf denen die Güter transportiert werden, wesentlicher Bestandteil von Automatisierungslösungen. TORWEGGE bietet hier beispielsweise diverse Rollen- oder Palettenschienen an und konstruiert diese kunden- und branchenspezifisch. Auch die Integration fahrerloser Transportsysteme ist dabei möglich. Hierzu führt unser Expertenteam zunächst eine genaue Bedarfsanalyse durch.

Transparenter wird die Supply Chain, indem Sensoren entlang der Anlagen installiert werden und diese Signale aussenden, damit die Waren beispielsweise immer lokalisiert und Störquellen frühestmöglich erkannt werden können. Auch können anhand der übertragenen Daten intralogistische Prozesse analysiert und optimiert werden. Die Informationen, die entlang der Supply Chain anfallen, werden demnach mittelfristig eine genauso wichtige Rolle einnehmen wie die Automatisierung der Prozesse selbst.

Bildverarbeitende Systeme

Der dritte Trend ist noch ein kleiner Ausblick in die Zukunft, der aber schon schneller als gedacht Realität werden könnte. Die industrielle Bildverarbeitung birgt für die Intralogistik ein riesiges Potenzial und wird 2022 an Bedeutung gewinnen. Sie ist Wegbereiter und Schlüsseltechnologie für vernetzte Prozesse. Aktuell ist die „Google Lens“ ein gutes Beispiel, welche Möglichkeiten bildverarbeitende Systeme bieten können. Die Technik erkennt automatisch, wenn sich ein bestimmtes Objekt vor der Kameralinse befindet und liefert prompt die passenden Suchergebnisse.

In der Intralogistik eignen sich Bildverarbeitungssystemen in Zusammenarbeit mit Automatisierungslösungen, insbesondere für die folgenden Anwendungsfelder:

  • Qualitätskontrolle: Produkte können mit vorgegebenen Strukturen verglichen und auf Abweichungen hin kontrolliert werden, sodass Fehler automatisch ermittelt werden können.
  • Positionierung: Es wird abgeglichen, wo im Raum sich das Produkt befindet. Die Zielposition kann dann mithilfe eines Koordinatensystems ausgegeben werden. 
  • Sortierung: Bildverarbeitungssysteme sind bereits jetzt in der Lage, Produkte in Kombination mit automatischen Systemen einzusortieren. In Zukunft werden sie mehr und mehr in der Lage sein, Klarschrift zu erkennen, um Pakete oder Waren zu kommissionieren.

Steigende Variantenvielfalt, kleinere Losgrößen und gestiegene Qualitätsanforderungen: Dass die Intralogistik von der industriellen Bildverarbeitung profitieren kann, steht außer Frage. Entscheidend für den Erfolg wird dabei sein, sie optimal in vorhandene Materialfluss- und Lagerverwaltungssysteme sowie in die übergeordnete IT zu integrieren. Dies setzt auf der Seite des Intralogistikpartners unterschiedliche Kompetenzen voraus.

Als Dienstleister und Lieferant für tausende KMU in Deutschland und Europa können wir bestätigen, dass Digitalisierung und Automatisierung in vielen Betrieben beherrschende Themen sind. Die Frage, ob sie sich lohnen, beantworten wir jedoch nicht pauschal mit Ja. Wie groß der Nutzen digitaler und automatisierter Prozesse ist, hängt von der Ausgangssituation und den Zielen eines Unternehmens ab. In Anbetracht dieser sollte in jedem Betrieb immer wieder geprüft werden, ob und in welchem Maße sich Investitionen in automatische Lösungen lohnen.

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich gerne an das TORWEGGE-Expertenteam.