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Wann Leichtrollenbahnen eine gute Wahl sind

Für den Gütertransport in Produktion und Logistik sind Fördersysteme unersetzlich. In der KEP-Branche und überall dort, wo sonst noch leichte Teile zu befördern sind, sind Leichtrollenbahnen eine gute Wahl. In diesem Blogbeitrag erläutern wir, was Leichtrollenbahnen ausmachen, welche Vor- und Nachteile die Systeme bieten und wo sie sinnvoll eingesetzt werden können.

15.10.2021
von Thorsten Burgard
Lesezeit: ca. 4 Min.

 

Leichtrollenbahnen sind eine Variante der Rollenbahn: Diese Fördertechnik besteht aus sich drehenden, hintereinander angeordneten Tragrollen. Ist sie auf die Beförderung leichter Lasten – bis etwa 40 Kilogramm pro Stück – ausgelegt, spricht man von Leichtrollenbahnen.

Die Systeme können auf ebenen Strecken verlaufen oder geneigt sein. Bei Gefälle kann das Fördergut selbstständig hinabrollen, um Steigungen zu überwinden ist eine angetriebene Technik erforderlich. Motoren ermöglichen nicht nur den Transport von Gütern zum Beispiel von einer auf eine andere Etage, sie begünstigen auch ein gleichmäßiges Laufen.

Aufbau von Leichtrollenbahnen

Vom Prinzip her ist eine Leichtrollenbahn ein simples System: Tragrollen werden an einem Rahmen, auch Profil genannt, befestigt. Verbaut werden in der Regel Rollen aus Kunststoff für bis zu 25 Kilogramm schwere Güter oder aus Stahl, wenn sie bis 40 Kilogramm tragen sollen. Der Rahmen kann gradlinig oder kurvig verlaufen. Kurven können durch entsprechend geformte Rahmenmodule oder durch Drehscheiben realisiert werden.

Weitere Komponenten bedarf es für eine Leichtrollenbahn nicht zwangsläufig. Je nach Anwendungsfall kann sie durch verschiedenes Zubehör ergänzt werden:

  • Soll das Fördergut nicht am Boden transportiert werden, wird der Rahmen auf Stützen gebaut. Für einen festen Stand werden diese jeweils in einem Abstand von 1,5 bis 2 Metern sowie an den beiden Enden der Rollenbahn und, falls vorhanden, in den Kurven platziert.
  • Endanschläge und Seitenführungen verhindern, dass die zu transportierenden Stücke von der Rollenbahn stürzen.
  • Verläuft eine Förderstrecke mitten durch einen Raum, kann es sinnvoll sein, sie mit Klappdurchgängen zu versehen. So können dennoch kurze Laufwege realisiert werden, indem die Rollenbahn so konstruiert wird, dass der Rahmen mit den Tragrollen an einer Stelle hochgeklappt werden kann und ein Durchgang entsteht.
  • Elektrisch angetriebene Rollenbahnen müssen zudem über Motoren und Steuerungselemente verfügen.
  • Wer jederzeit wissen möchte, wo sich die Lasten befinden, kann das System mit Sensoren und Steuerungselementen versehen.

Vorteile von Leichtrollenbahnen

Die Vorteile von Leichtrollenbahnen sind identisch mit denen von Rollenbahnen im Allgemeinen: Sie sind modular aufgebaut und lassen sich daher für jede Umgebung passgenau konfigurieren. So können sie problemlos an andere Systeme angeschlossen werden. Aufgrund ihres simplen Aufbaus sind sie zudem wartungsarm.

Die nicht angetriebene Variante ist überdies besonders umweltfreundlich, da sie ausschließlich die Schwerkraft nutzen, um Fördergut zu bewegen. Strom wird nicht benötigt, was zudem die Betriebskosten geringhält.

Elektrisch angetriebene Leichtrollenbahnen ermöglichen auch über eine große Entfernung einen effektiven Transport, sowohl in der horizontalen als auch bei moderater Steigung. Dabei sind die Geschwindigkeit und der Beförderungsprozess leicht zu kontrollieren und die einzelnen Güter berühren sich beim Transport nicht, weshalb das Beschädigungsrisiko minimal ist. Zudem lässt sich ein effizienter Stromverbrauch erreichen, indem die einzelnen Abschnitte einer Leichtrollenbahn unabhängig voneinander elektrifiziert werden und nur laufen, wenn sie einen Gegenstand befördern.

Einsatzzwecke von Leichtrollenbahnen

Am besten eignen sich Leichtrollenbahnen für die Beförderung von Päckchen und Kartons, weshalb sie vor allem in der KEP-Branche genutzt werden. Insbesondere im Wareneingang und Versand kommen sie zum Einsatz.

Typische Anwendungsfälle sind die Sortierung, die Verteilung und die Kommissionierung von Waren. In Logistikhallen reduzieren Leichtrollenbahnen Laufwege. Am stärksten entlasten sie das Personal, wenn sie mehrere Hallenbereiche oder Ebenen verbinden. An Packtische angebunden, ersparen sie Kommissioniererinnen und Kommissionierern zudem belastendes Bücken zum Anheben und Ablegen der Packstücke.

Auch abseits der Logistikbranche werden Leichtrollenbahnen eingesetzt, nämlich immer dann, wenn leichtes Stückgut befördert werden soll. Das kann beispielsweise in Produktionsbetrieben der Fall sein oder in Kantinen.

Achtung beim Einsatz von Leichtrollenbahnen!

Mindestens zwei Dinge sollten beim Einsatz von Leichtrollenbahnen beachtet werden:

  1. Die Größe des Fördergutes und der Durchmesser sowie die Abstände der Tragrollen müssen aufeinander abgestimmt sein. Um einen gleichmäßigen Lauf der Rollenbahnen zu gewährleisten, sollten die Güter auf mindestens drei Rollen aufliegen.
  2. Um Verletzungen zu vermeiden, sollte die Lücke zwischen zwei Rollen entweder viel kleiner als fingerdick oder größer als daumenbreit sein. Dies ist mindestens an den Stellen wichtig, wo Menschen mit der Technik in Berührung kommen.

Dafür sind Leichtrollenbahnen nicht geeignet

Generell sind Leichtrollenbahnen immer dann keine gute Wahl, wenn schwere Güter befördert werden sollen. Auch wenn die zu bewegenden Stücke nicht über mindestens eine harte, ebene Fläche verfügen, auf der sie auf die Rollenbahn gelegt werden können, sind andere Transportsysteme zu bevorzugen.

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