Tischlein heb' dich

35 Millionen Krankheitstage im Jahr sind in Deutschland laut DAK-Gesundheitsreport 2018 auf Rückenbeschwerden zurückzuführen. 75 Prozent aller Berufstätigen leiden zudem unter Schmerzen, jeder siebte Arbeitnehmer bereits seit mindestens drei Monaten. Unter anderem führen Lagermitarbeiter die Statistik an.

Vanessa Dumke
17.07.19

Um Ausfälle aufgrund von Überbelastungen zu vermeiden, ist eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung von großer Bedeutung. Die Notwendigkeit erkennen auch zunehmend mehr Betriebe. Uwe Eschment, unser Geschäftsführer, freut das wachsende Bewusstsein. Täglich arbeiten wir daran, Prozesse in Intralogistik und Produktion gesundheitsfreundlicher zu gestalten. „Wir stellen fest, dass die Nachfrage nach ergonomischen Lösungen steigt“, sagt er.

Wir entwickeln und vertreiben Komponenten und Systeme für intralogistische Prozesse, die zur kräfteschonenden Beförderung von Gütern beitragen. Dazu gehören auch Hubtische. „Es geht nicht nur darum, Lasten irgendwie auf die passende Arbeitshöhe zu bringen“, sagt Eschment. „Die Tische müssen stufenlos höhenverstellbar, leicht zu bedienen und problemlos nachzujustieren sein sowie ausreichend Fußraumfreiheit bieten. Je nach Anwendungsfall sollten sie außerdem fahrbar sein.“ Der AGR hat diese Punkte in einer Checkliste für ergonomische Hubtische zusammengefasst. Erfüllt ein Hubtisch diese Kriterien, führt sein Einsatz in der Regel zur Reduzierung von Arbeitsausfällen sowie einer gesteigerten Effizienz der innerbetrieblichen Abläufe. Auch die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter steigt dadurch. Zusätzlich sind Arbeitgeber, die auf Ergonomie achten, für Jobsuchende attraktiver – in Zeiten des Fachkräftemangels durchaus ein wesentliches Argument.

Heben, Befördern, Be- und Entladen

Hubtische gibt es in diversen Ausführungen: darunter einfache Scherenhubtische, Tandem-Hubtische, Doppel-Scherenhubtische, Flachformhubtische mit geringer Bauhöhe, Hubtische in U- und E-Form, Scherenhubtischwagen. Damit eignen sie sich für unterschiedliche Anwendungsfälle, die zum Teil über das reine Heben von Gütern hinausgehen.

Wir beliefern zum Beispiel Industriebetriebe, die ihre Montageplätze mit Hubtischen ausstatten und damit einen kräfteschonenden Höhenausgleich bei der Übergabe von Werkstücken von einer Ebene auf die andere gewährleisten. „Für diesen Zweck eignen sich unsere Standardhubtische der Serie TO-ELS“, sagt Eschment. Je nach Variante haben die Standardhubtische eine Traglast von 500 bis 2.000 Kilogramm und können eine Höhe von bis zu 3,5 Metern in maximal 34 Sekunden erreichen. Ihre Tischlänge und -breite ist ebenfalls variabel.

Sollen Lasten nicht nur gehoben, sondern auch transportiert werden, sind Hubtischwagen eine gute Wahl. Auch hier haben wir eine Standardlösung im Portfolio: Scherenhubtischwagen mit einer Höhe von bis zu 1,3 Metern für Lasten zwischen 150 und 350 Kilogramm. Bei dieser Lösung sorgen leichtläufige Rollen und eine hydraulische Fußpumpe für ein komfortables und ergonomisches Handling.

„Ideal für die Be- und Entladung von Fahrzeugen ist der Schiebewagen xetto, den wir seit kurzem im Angebot haben“, sagt Eschment. Die Lösung aus dem Hause Hoerbiger Automotive Komfortsysteme GmbH bewegt Lasten bis zu 250 Kilogramm auf bis zu einen einem Meter Höhe und überwindet eigenständig Ladekanten von bis zu 0,8 Metern. Dazu lässt er sich samt Ladung in einem Fahrzeug selbstständig verstauen und wieder entladen. Zudem ist er als ergonomischer Arbeitstisch nutzbar.

Nicht immer passen Standardmodelle zum Einsatzzweck. Auf Wunsch entwickeln wir daher auch individuelle Lösungen, die auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Kunden abgestimmt sind. Ein Beispiel ist ein Schwerlasthubtisch mit Rollenbahn für die Holzindustrie: Auf einer 7 mal 2,8 Meter großen Plattform finden Spanplatten bis zum 55.000 Kilogramm Platz und können bequem ohne großen Kraftaufwand gehoben und gesenkt werden.

Ergonomische Hilfsmittel sollten Standard werden

Hubtische sind nicht die einzigen Hilfsmittel, um die Arbeitsplatzergonomie in der Intralogistik und Produktion zu verbessern. „Vielen ist gar nicht bewusst, was sich alles auf die Gesundheit des Personals auswirkt“, sagt Eschment. Das habe er zuletzt auf der Motek in Stuttgart bemerkt. Unseren Stand auf der internationalen Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung Anfang Oktober stellten wir unter das Motto Ergonomie. Wir zeigten vor Ort, wie das richtige Equipment den Arbeitsalltag erleichtert. Neben xetto wurden auch die Funktionsweisen leichtläufiger Rollen und Schwerlaströllchenschienen für Förderanlagen demonstriert. „Einige Besucher waren sehr erstaunt darüber, wie komfortabel man selbst schwere Lasten bewegen kann und worauf man achten sollte“, sagt Eschment. Nun hofft er, dass Hubtische in Produktions- und Lagehallen bald Standard sind – genauso wie all die anderen hilfreichen Komponenten und Systeme, die für das Personal besonders kraftschonend sind. Denn nur so lassen sich Rückenleiden nachhaltig reduzieren.

Checkliste

Was gute ergonomische Hubtische ausmacht (Quelle: Aktion Gesunder Rücken e.V.):

  • Stufenlose Höhenverstellung
  • Bauhöhe darf 10 cm nicht überschreiten
  • Richtige Plattengröße
  • Umlaufende Fußraumfreiheit
  • Einfache Bedienbarkeit