Rad oder Rolle – wo liegt der Unterschied?

Wenn es in der Intralogistik darum geht, Waren zu bewegen, sind fast immer Räder und Rollen im Einsatz. Doch wo liegt der Unterschied?

Vanessa Dumke
24.06.20
Lesezeit 4 Min.

 

Egal ob in Förderanlagen, Routenzügen, Transportwagen, Sortieranlagen oder Regalbedien- und Flurfördergeräten: Wenn es darum geht, Waren sicher von A nach B zu transportieren, kommen fast immer Räder und Rollen zum Einsatz. Aber nicht nur in der Intralogistik sind sie überall zu finden. Im Arbeitsalltag sorgen sie zum Beispiel am Bürostuhl dafür, dass man im Handumdrehen von einer Seite des Schreibtischs zur anderen kommt. Räder und Rollen werden dabei häufig Synonym verwendet. Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen beiden?

Rollen und Räder: die Unterschiede

Ein Rad besteht grundsätzlich aus einem Laufbelag oder einer Bandage, einer Felge und einer Radlagerung. Kunststoff-, Guss- und Stahlräder werden in der Regel aus einem Material gefertigt. Hier ist der Radkern identisch mit der Lauffläche. Je nach Einsatzort und Zweck wird das Rad aus unterschiedlichen Materialien wie zum Beispiel Vollgummi,  Polyurethan, Polyamid oder mit Luftbereifung hergestellt. Außerdem geben die Beschaffenheit des Laufbelages und die unterschiedlichen Felgen- und Radlagerungen dem Rad andere Tragfähigkeiten, Rollwiderstände und Laufqualitäten.

Eine Rolle hingegen ist im übertragenen Sinne ein „angezogenes“ Rad. Sie besteht aus mindestens einem Rad, das von einem Gehäuse umfasst wird. Häufig sind sie an Maschinen oder anderen technischen Geräten angebracht, um diese fahrbar zu machen. In der Regel werden Rollen nicht direkt angetrieben, sondern von Hand bewegt und eignen sich daher nur für geringe Geschwindigkeiten. Allgemein wird zudem zwischen Lenkrollen und Bockrollen unterschieden. Erstgenannte machen die Maschinen und Geräte manövrierbar, in dem die Lenkgabel über einen Drehkranz mit dem Befestigungselement verbunden ist. Dieses wird fest am Gerät montiert, sodass die Gabel schwenkbar bleibt. Bockrollen hingegen sind nicht schwenkbar und geben den Maschinen und Geräten die Richtungsstabilität.

Rädern und Rollen: die Arten

Die industriell am häufigsten verwendete Form sind die Transporträder und –Rollen. Maschinen und Geräte aller Art, aber auch Paletten, Arbeitsbühnen oder Müllcontainer erhalten durch sie ihre Mobilität. Sie kommen sowohl im Innen- als auch im Außenbereich zum Einsatz. Die Tragfähigkeiten beziehen sich auf eine Geschwindigkeit von vier Kilometern pro Stunde und reichen von wenigen hundert Kilo bis über eine Tonne. Werden sämtliche lokale Gegebenheiten, wie Bodenbeschaffenheiten, den Transportgütern, äußere Einflüsse, u.ä berücksichtigt, lassen sich die Transportrollen so auslegen, dass diese über einen langen Zeitraum weitestgehend wartungs- und störungsfrei laufen

Apparaterollen und -räder kommen überwiegend im Innenbereich an – wie der Name schon vermuten lässt – Apparaten und Geräten zum Einsatz. Bei ihnen handelt es sich um eine leichte Rad- und Rollenart, oft mit kleinem Raddurchmesser und in geringer Bauhöhe. Dadurch vereinen sie sowohl Flexibilität als auch Stabilität. Konzipiert sind sie für Fahrgeschwindigkeiten von bis zu drei Kilometern pro Stunde. Auch sie sind äußerst robust gegenüber äußeren Einflüssen und bieten dabei ein Höchstmaß an Beweglichkeit. Typische Anwendungsbereiche sind medizinische Geräte, Displayständer oder Großküchengeräte.

Schwerlast-Räder und –Rollen werden zum Bewegen schwerster Lasten genutzt. Sie sind wesentlich stabiler gebaut und unter gewissen Bedingungen auch für höhere Fahrgeschwindigkeiten geeignet. Um den zum Teil sehr hohen Belastungen gewachsen zu sein, kommen auch Rollen mit zwei Rädern zum Einsatz. Dadurch erreichen sie mehr Tragfähigkeit und sind leichter manövrierbar. Die Lagerung der Räder und Drehkränze ist besonders robust ausgelegt. Häufige Anwendungsgebiete sind Regal- und Flurförderfahrzeuge sowie Montage- und Transportsysteme.

Räder und Rollen: die Individuellen

Welche Räder und Rollen für den jeweiligen Zweck die Richtigen sind, hängt immer von den zu transportierenden Gütern sowie den Umgebungseinflüssen am Einsatzort ab. Parameter wie Traglast, Empfindlichkeit der Güter, Beschaffenheit der Fahrwege, Temperatur oder Luftfeuchtigkeit bedingen die zu verbauenden Materialien. Aufgrund der vielfältigen Anforderungen an die Produkte kommen heutzutage auch immer häufiger Sonderkonstruktionen zum Einsatz. Individuelle Fertigungsprozesse sind dabei natürlich aufwendiger und nehmen mehr Zeit in Anspruch als die Lieferung von Standardkomponenten.

Unser Unternehmen blickt auf über 60 Jahre Erfahrung in diesem Bereich zurück. Angefangen hat alles 1956, als Heinrich Torwegge begann, Räder und Rollen in seinem Haus zu fertigen und zu verkaufen. Seitdem haben wir den Handel mit sowie die Herstellung von Rädern und Rollen kontinuierlich ausgebaut. Inzwischen produzieren wir sie im Standard in einer Größe von 30 bis 650 Millimeter und einer Tragfähigkeit von bis zu 10.000 Kilogramm bei Schwerlastrollen. Sollte sich im Standardprogramm mal kein passendes Produkt finden, entwickeln unsere Fachberater und Ingenieure Sonderlösungen, die genau auf die spezifischen Anforderungen unserer Kunden abgestimmt sind.

Ein junges Beispiel für unsere Innovationskraft sowie der Verantwortung gegenüber Mensch und Natur ist zum Beispiel unsere STPK-Radserie. Als einer der wenigen Händler in Deutschland haben wir schadstofffreie Thermoplastrollen im Programm, die anders als herkömmliche Vollgummirollen kein gesundheitsschädliches PAK beinhalten.