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Innovative Materialien der Intralogistik

Copolymere, faserverstärkte Kunststoffe, Aluminium oder hochfeste Stähle – sie alle bieten das Potenzial, Fördertechnik effizienter und nachhaltiger zu machen. Wie ihnen das gelingt, beschreiben wir in diesem Blogbeitrag.

19.06.2024
von Thorsten Burgard
Lesezeit: ca. 4 Min.

 

Wie die meisten Branchen suchen auch Unternehmen aus der Intralogistik stetig nach neuen Materialien, die die Fördertechnik leichter, haltbarer und effizienter machen. Schließlich sollen sie im besten Falle über Jahre den Materialfluss innerhalb der Produktion am Laufen halten. Über den Faktor Zeit macht sich jede noch so kleine Verbesserung bezahlt. Aber welche Materialien haben in jüngster Vergangenheit das Potenzial bewiesen, die Fördertechnik nachhaltig effizienter zu gestalten?

Langlebigkeit durch faserverstärkte Kunststoffe

Wenn man über innovative Materialien für die Intralogistik spricht, führt kein Weg an faserverstärkten Kunststoffen vorbei. Dank der Zugabe von Verstärkungsstoffen wie beispielsweise Glas- und Kohlenstofffasern halten sie höheren Temperaturen stand und werden langlebiger. Dadurch können sie auch in heißen Produktionsumgebungen zum Einsatz kommen und müssen weniger gewartet werden.

Neben den faserverstärkten zeigen auch die Copolymere das Potenzial, die Intralogistik leistungsfähiger und nachhaltiger zu machen.

Copolymere: Kombination mehrerer Bausteine

Ein Beispiel hierfür ist ABS – und nein, hiermit ist nicht das Antiblockiersystem gemeint. ABS steht für ein Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer. Copolymere bestehen (im Gegensatz zu Polymeren) aus verschiedenen Chemikalien. Dadurch können sie auf vielfältige Einsatzgebiete angepasst werden. ABS zum Beispiel wird durch die Mischung der Chemikalien Acrylnitril, Butadien und Styrol stark und widerstandsfähig, bei gleichzeitig geringem Gewicht. Das macht das Copolymer besonders interessant für Gehäuse von elektronischen Geräten, Autoteilen – oder eben Transportroller. Auch wir haben uns die Vorteile von ABS zunutze gemacht und setzen bei Transportrollern auf das Copolymer.   

Zu den Hochleistungswerkstoffen in der Fördertechnik zählt auch Polyurethan. Dieser Kunststoff wird häufig für Rollen und Räder von Förderbändern verwendet, da er langlebig, abriebfest und stoßdämpfend ist. Darüber hinaus behält Polyurethan seine Elastizität über einen weiten Temperaturbereich, wodurch es sich für Anwendungen in unterschiedlichen Umgebungen hervorragend eignet. Zudem ist es gegenüber vielen Chemikalien, Ölen und Fetten beständig, was seine Lebensdauer in industriellen Umgebungen verlängert.

Aluminium – leicht und einfach recycelbar

Aber nicht nur Kunststoffe versprechen bei Rollen Langlebigkeit und Nachhaltigkeit, auch Metalle helfen mit ihren Eigenschaften, den Transport von Waren nachhaltiger und effizienter zu machen. Aluminium beispielsweise sorgt zum einen mit seinem geringen Gewicht für einen effizienten Materialtransport. Zum anderen liegt der besondere Vorteil des Metalls in seiner Recyclingfähigkeit: Es kann ohne Qualitätsverlust recycelt werden.

Hochfeste Stähle für lange Lebensdauer

Ebenfalls recycelbar sind Stähle, die mit besonders festen Legierungen behandelt wurden. Diese Materialien sind besonders interessant, wenn nicht die Leichtigkeit, sondern die Langlebigkeit im Vordergrund steht. Hochfeste Stähle finden ihre Anwendungen daher insbesondere dann, wenn hohe Belastbarkeit und Robustheit erfordert ist. In der Fördertechnik werden sie vor allem beim Bau von Förderbandrahmen und -trägern verwendet. Sie ermöglichen die Herstellung leichterer und dennoch robusterer Rahmen und Träger, die weniger Material verbrauchen und trotzdem hohe Lasten tragen können.

Auch in Ketten und Rollen werden hochfeste Stähle eingesetzt, um die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit von Förderanlagen zu erhöhen. Dank ihrer Legierungen, in denen bestimmte Elemente, wie unter anderem Chrom, Mangan oder Molybdän hinzugefügt werden, sind sie fester, sodass sie großen Kräften standhalten, ohne zu brechen oder sich zu verformen. Dies ist besonders wichtig in Schwerlastanwendungen wie der Metall- oder Automobilindustrie. Außerdem sind sie langlebiger und resistenter gegen Verschleiß. Auch damit tragen sie zur Nachhaltigkeit in der Intralogistik bei.

Innovative Materialien für nachhaltige Intralogistik

Innovative und nachhaltige Materialien haben das Potenzial, in Unternehmen signifikante Verbesserungen in Effizienz, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit zu bewirken. Diese Fortschritte können zu Kosteneinsparungen, Leistungssteigerungen und einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Es ist daher anzunehmen, dass sie die Zukunft der Intralogistik weiterhin maßgeblich beeinflussen werden.

 

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