Fahrerlose Transportsysteme – die Zukunft der Intralogistik?!

Fahrerlose Transportsysteme werden für die moderne Intralogistik einer vernetzten Industrie 4.0 immer wichtiger. Ihr Einsazbereich ist ausgesprochen vielfältig. Was können FTS bereits? Und was können wir in Zukunft noch erwarten? Ein Überblick.

Vanessa Dumke
17.07.20
Lesezeit 4 Min.

 

Will man die Intralogistik der Zukunft beschreiben, kommt man um Begriffe wie Automatisierung oder Industrie 4.0 nicht herum. Mangelnde Lagerkapazitäten, der Trend zu Inselfertigung und immer dynamischer werdende Arbeitsabläufe erfordern agile und flexible Produktionsprozesse. Fahrerlose Transportsysteme, kurz FTS, sind heute vielerorts eine wichtige Basis für moderne Materialflusssysteme.

FTS sind Allroundtalente

Das Einsatzgebiet von FTS kennt eigentlich keine Grenzen. Sie können sowohl in vollständig automatisierten Umgebungen fahren als auch in Arbeitsbereichen mit Personenverkehr unterstützen. Einige Modelle navigieren über eine Spurführung im Boden, andere verfügen über GPS- oder Lasernavigation. Die große Flexibilität hat den Vorteil, dass sie sich in bereits bestehende Lager- und Transportstrukturen integrieren lassen oder sie zunächst nur Teilaufgaben übernehmen können. Damit ist eine schrittweise Automatisierung mit weiteren Anpassungen im laufenden Betrieb möglich.

Je nach Anwendungsbereich tragen sie nur wenige Kilogramm oder bewegen große Schwerlasten von mehreren Tonnen. Dank verschiedener Systeme zur Energieübertragung (durchgehende Stromversorgung oder Batteriebetrieb, induktiv wie konduktiv) sind sie zudem räumlich unabhängig und können sogar in Außenbereichen zuverlässig arbeiten.

FTS sind nicht nur ein Spielzeug für Superreiche

FTS können also verschiedenste logistische Aufgaben übernehmen, Arbeitsabläufe beschleunigen und die Produktivität steigern. Allerdings waren die intelligenten Helfer lange Zeit extrem teuer und damit nur für die Schwergewichte der Branche erschwinglich.

Doch mittlerweile gibt es auch zahlreiche Modelle im unteren Preissegment. Mit den zeitgleich gewachsenen Einsatzmöglichkeiten sind FTS damit auch für kleinere Betriebe und immer mehr Branchen eine attraktive Lösung.

Quo vadis, FTS?

Die Logistik wird sich in den nächsten Jahren weiter digitalisieren. Wie also sehen die fahrerlosen Transportsysteme der Zukunft aus? Auf jeden Fall werden FTS weiterhin intelligenter und autonomer werden. Durch vielfältigere technische Neuerungen wächst der Anwendungsbereich stetig. Beispielsweise im Einzelhandel, wo sie bis dato eher eine untergeordnete Rolle spielen, ergeben sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Darin schlummert erhebliches Optimierungspotenzial für ganze Branchen und Industriezweige.

Trotz des sich hartnäckig haltenden Vorwurfs, sie seien bloß Jobkiller, werden FTS den Menschen aber auch in Zukunft nicht ersetzen. Stattdessen werden sie dazu beitragen, ihn zu entlasten und seine Arbeitsabläufe zu vereinfachen sowie die Effizienz zu steigern. Deshalb sollten Unternehmen Automatisierung nicht als Risiko, sondern als Chance begreifen.